Samstag, 5. November 2011

goa - uns gehts so schlecht ;-)


goa - ankunft

flug aurangabad – mumbai – goa, dann mit dem taxi in den süden goas nach colva an den strand. das zimmer haben wir in goa am flughafen noch schnell an einem internet-terminal gebucht (ansonsten ist internet hier nicht so prickelnd, urlangsam und die hälfte der zeit kommt man nicht auf die seiten die wir brauchen. also nicht wundern, wenn wir mal länger nicht von uns hören lassen). nach den harten betten in den bisherigen regierungseigenen MTDC-guesthouses haben wir uns diesmal etwas besseres gegönnt :-)


2. tag goa faulenzen 

heute war faulenzen angesagt. nachdem der gestrige strandausflug wegen der anscheinend ferienbedingten menschenmassen und der späten stunde nur zum füsse nassmachen taugte und recht kurz ausfiel, sind wir heute bei strahlendem sonnenschein lange am pool direkt vor der zimmertür rumgelegen, ab und zu zum abkühlen ins wasser getaucht und am nachmittag dann noch ein langer spaziergang am strand entlang. die indischen menschenmassen auch heute, allerdings immer auf die öffentlichen strandzugänge konzentriert. ansonsten reihen sich am strand diverse restauranthütten, die auch liegen mit sonnenschutz für westler bereitstellen. inder legen sich nicht zum sonnen an den strand. man sitzt vollbekleidet da und sieht den badenden kindern und männern zu. frauen baden selten und wenn dann nur vollbekleidet. selbst bei uns im hotel baden die indischen frauen vollbekleidet oder zumindest mit minikleidähnlichen badeanzügen.

im bikini sieht man nur westlerinnen, und am strand gaffende indische männer daran vorbeiflanieren. an den stränden im norden goas ist das ganze vermutlich noch ärger, aber wir haben uns bewusst den etwas ruhigeren süden ausgesucht.

ausserdem geht unser zug nach hospet bzw. hampi ab margao, das der wichtigste bahnhof goas ist und nur 20min busreise entfernt liegt. aber noch haben wir 2 volle tage goa, morgen stehen die beiden hauptstädte old goa (bis mitte 19.jh.) und panaji mit den vielen portugisischen kirchen auf dem programm.


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exkurs: fotoobjekt

meistfotografierte person des tages 3/11/2011 - heike (dicht gefolgt von matthias)
in dem ausmass kannten wir das noch nicht, auch wenn wir ja schon mal in indien waren. und auch in dem ganz brauchbaren büchlein "kulturschock indien" was drüber steht. ajanta war ja noch gemässigt, aber in ellora war es fast ein bisschen viel. auf schritt und tritt "ma'am, foto please", und dann zumeist mit frau und/oder kind(ern), und je länger man stand, umso mehr leute wollten mit aufs foto oder haben auch die kamera bzw. noch öfter das fotohandy gezückt. höhepunkt war dann eine reisebusgrosse gruppe studenten, geschubse und geschrei inklusive. indien pur ;-) am abend vor bibi-qa-maqbara (kleine kopie des taj mahal in aurangabad, auch ein mausoleum) dann das gleiche.



irgendwann wird's dann anstrengend, aber trotzdem versucht man immer gleich freundlich zu bleiben. man will ja schliesslich nicht auch noch zu dem schlechten eindruck von westlern in indien beitragen. wobei das manchmal ganz schön schwer ist. und was wir unwissentlich falsch machen, bemerken wir ja gar nicht. die reaktionen der inder auf uns, die wir bisher bemerkt haben waren:
diejenigen, die westler als cashcow sehen, als unerschöpfliche quelle geldes, das es
herauszuziehen gilt (im sinne von dienst oder waren verkaufen, mit dieben hatten wir zum glück noch nicht zu tun und hoffen auch, dass das so bleibt). da gehören auch die unterschiedlichen eintrittspreise für inder und nicht-inder dazu: ajanta 10/250, ellora 10/250, bibi-qa-maqbara 5/200
diejenigen, die einfach neugierig auf die fremden sind. das geht von scheuen aber neugierigen blicken (zumeist von frauen und kindern) über die allgegenwärtige frage "where from" und "what's your name" bis hin zu doch richtigen gesprächen. die sind allerdings selten, finden zumeist in bussen statt (und nicht nur einmal wurde auch ein in indien bewunderter, bei uns verfemter herr erwähnt).
diejenigen, die anscheinend voll auf westler abfahren und unbedingt fotos von oder mit ihnen
wollen (auch wenn es manchmal ein bisschen dauert, bis sie sich trauen, die frage zu stellen). die mit frauen und kindern oder eben ganzen familien sind ok, aber es gibt auch genug männer, die nur ein foto von sich mit einer westlerin haben wollen. da bin ich nicht so begeistert.
und dann gibt es diejenigen, die nicht begeistert auf fremde reagieren und eher skeptische
bis feindselige blicke aussenden. aber das kennen wir ja von zuhause.

exkurs heike: vergleich ajanta – ellora:


beides sind weltkulturerbestätten, und beides sind grosse anlagen mit höhlentempeln. soweit die gemeinsamkeiten. 
ajanta ist älter (ein grund, warum wir es zuerst gemacht haben), die höhlen entstanden zwischen dem 2.jh. v.chr. und dem 6.jh. n.chr. es sind alles buddhistische tempel. die lage ist grandios, eine hufeisenförmig gebogene schlucht, ganz hinten rinnt der fluss (im moment trotz erst zu ende gegangenem monsun eher ein bach) über mehrere stufen mit tümpeln nach unten in einen teich und dann weiter durch die schlucht (die er sich vor langer zeit selbst gegraben haben muss).


die 30 höhlen sind etwa auf halber höhe in die schluchtwände gegraben. einige sind reich verziert, andere sind etwas schlichter, oft finden sich reste von malerei (nicht wirklich fresken, sondern in tempera aus natürlichen pigmenten, gebunden mit tierleim und pflanzengummi auf die trockene oberfläche aufgebracht, und von einer feinheit und qualität wie man sie in europa erst viele jahrhunderte später findet).



die meisten höhlen haben neben dem heiligtum noch schlafzellen für die mönche, einige waren versammlungshallen. einige sind nur angefangen, aber nicht fertiggestellt. bei einer sieht man die vorgangsweise, von der decke zum boden ausgehöhlt und da nicht fertig ist der boden ziemlich zerklüftet.

im 6.jh. wurden die höhlen aufgegeben (auch wegen ellora) und angeblich erst 1819 vom engländer john smith (der sich in einer der malereien kratzend verewigt hat) wiederentdeckt. aufgrund der abgelegenen lage wird man mit sammelbussen vom 4km entfernten parkplatz hinaufgekarrt.

ellora dagegen entstand über 5 jahrhunderte ab etwa 600 n.chr., über 2km erstreckung in eine felsige landstufe eingegraben. durch die geneigte hanglage war es möglich, den meisten höhlentempeln ebenfalls eingetiefte höfe vorzulagern.


die 34 höhlen sind nicht nur buddhistisch, der grossteil ist hinduistisch, inklusive dem atemberaubenden, von oben nach unten aus dem fels geschlagenen kailasa-tempel (keine höhle mehr)


die jüngsten 5 sind jainistisch

(und wegen ihrer feinheit der bildhauerischen ausarbeitung noch einmal eine klasse für sich). die atmosphäre ist komplett anders wie in ajanta. 
es ist schwer, eine wertung abzugeben, welche der höhlenanlagen die schönste ist, matthias und lonely planet (our trusted guidebook) sind für ellora, ich kann mich wie immer nicht entscheiden.

ellora / bibi-aq-maqbara


die rikscha haben wir uns schon am vortag aufdrängen lassen



– eine stunde anreise  nach ellora = zweite höhlentempelanlage, ca 6. – 11.jh. nicht hufeisenförmig wie in ajanta sondern entlang einer „felswand“. die älteren gehen teilweise ineinander über. die grössten sind dreistöckig und alle haben steinstatuen/buddhas/lingams etc. mit drinnen. der grösste ist der kailasha tempel, der komplett aus dem felsen herausgearbeitet wurde. weiter im norden dann noch jain tempel – 34 insgesamt und wir waren in fast jeder drinnen.


nach eh nur 5 stunden sight seeing wieder eine stunde zurück nach aurangabad zum bibi-aq-maqbara – ein mini taj aber besser als nur ein grabstein.


eigentlich wollten wir noch eine basar runde drehen, war uns aber zu finster. so haben wir eine rikscha runde durch die äusseren einkaufsstrassen gemacht und noch einen stop bei einer weberei um schnell einen sari für heike zu kaufen.

ajanta caves - zurück nach aurangabad


nach dem frühstück mit gepäck wieder nach ajanta. ajanta ist eine höhlentempelanlage gegraben zw. 2.jh vor und 6.jh nach. die details sind heikes exkurs zu entnehmen. das gepäck haben wir in einem kleinen shop zwischengeparkt – ein freund unseres "begleiters/guides". hinauf zum kleinen aussichtspavillon und wieder hinunter zum rest der höhlen. für die besichtigung jeder höhle müssen die schuhe ausgezogen werden – wie bei allen religiösen stätten in indien. ist verdammt mühsam mit den sandalen, ausserdem werden schwarze sohlen verdammt heiss in der sonne. immer wieder waren wir die begehrten photoobjekte der inder. in ajanta sind die meisten höhlen nur einstöckig, manche dafür sehr hoch.


um ca. 14:00 sind wir dann mit einem shared taxi = minibus zurück nach aurangabad. leider ging sich keine besichtigung mehr aus. nur mehr ein abendessen und die erste rasur.

die anreise - wie es wirklich war

für alle, die es wissen müssen: graz taxi um 5:00, abflug 6:05 - müde. in frankfurt 6 stunden gewartet (und 2 swatch gekauft, und natürlich was hochprozentiges = vodka). frankfurt - mumbai: gemütliche 7 1/2 stunden im flieger. ankunft um 1:35 ortszeit. in der früh. um 6:35 weiter nach aurangabad - eh nur 5 stunden gewartet. gleich weiter mit dem taxi in die stadt und in den bus (privat, nicht öffentlich, wie geplant ) nach fardapur wo wir um 11:30 im hotel angekommen sind. --> 26 stunden waren wir unterwegs!
nach einem mittagessen sind wir - auch um wach zu bleiben - gleich zu den höhlen  nach ajanta und haben uns die erste hälfte angesehen.


nach dem abendessen habe wir dann 10 stunden geschlafen.

matthias